Umrechnungsfaktor Gas

Warum gibt es einen Umrechnungsfaktor für Erdgas?

Die Zusammensetzung von Erdgas ist nicht immer gleich. In Deutschland erhält man Erdgas in zwei Qualitäten: H-Gas und L-Gas. H-Gas (High caloric-Gas) kommt zum großen Teil aus den GUS-Staaten, Norwegen, den Niederlanden und Dänemark. Es hat einen Methananteil, der zwischen 87 und 99,1 Vol.-% liegt. H-Gas zeichnet sich durch einen geringen Stickstoff- und Kohlendioxidanteil aus. L-Gas, (Low caloric-Gas) hat in der Regel einen Methangehalt, der nur zwischen 79,8 und 87 Vol.-% liegt. Der Stickstoff- und Kohlendioxidanteil liegt bei L-Gas etwas höher als bei H-Gas. Daher kann auch sein Brennwert unterschiedlich sein. Außerdem ist der Brennwert von Erdgas, wie bei allen Brenngasen, von seinen Umgebungsbedingungen abhängig. Drei Faktoren wirken sich dabei besonders aus:

1. Gasdruck

Je geringer der Gasdruck, desto mehr Raum beansprucht das Gas. Der Energiegehalt je Kubikmeter sinkt.

2. Der Luftdruck

Je höher der barometrische Luftdruck der Umgebung ist, desto weniger Raum wird von einem Gas beansprucht. Beim Erdgas erhöht sich dabei der in einem Kubikmeter enthaltene Wärmeinhalt.

3. Die Temperatur

Je wärmer ein Gas ist, desto mehr Raum beansprucht es. Beim Erdgas verringert sich dabei der in einem Kubikmeter enthaltene Wärmeinhalt. Mit dem Gaszähler werden die Kubikmeter des gelieferten Gases gezählt. Der Wärmeinhalt des gemessenen Gases kann dabei unterschiedlich sein. Damit es trotzdem fair zugeht und alle Kunden gleiche Leistung für gleiches Geld bekommen, gibt es den Umrechnungsfaktor Gas.

Welche Vorteile hat der Umrechnungsfaktor?

Mit dem Umrechnungsfaktor wird der vom Gaszähler festgestellte Kubikmeterverbrauch in die Wärmeeinheit Kilowattstunde (kWh) umgerechnet. Für jeden mit Erdgas versorgten Ort wird ein eigener Faktor festgelegt. Er wird nach den Regeln der so genannten „Gasrechnung“ berechnet. Der Umrechnungsfaktor garantiert die Gleichbehandlung aller SWD-Kunden, egal welche individuellen Umgebungsbedingungen herrschen. So bezahlen Sie immer nur die Energie, die Sie auch tatsächlich verbrauchen.

Bleibt mein Umrechnungsfaktor immer gleich?

Wenn sich die Zusammensetzung von Erdgas ändert, wird automatisch auch der Umrechnungsfaktor angepasst.

Fazit:

Kein Kunde wird benachteiligt, weil er Erdgas mit niedrigerem Wärmeinhalt bezieht oder aufgrund der zufälligen Höhenlage seines Ortes. Es gilt derselbe Preis für alle.

Wissenswertes

Der Brennwert

Mit dem Brennwert bezeichnet man den Wärmeinhalt, der in einem Kubikmeter Erdgas enthalten ist. Die Angabe des Brennwertes bezieht sich auf den so genannten Normzustand bei einem Luftdruck von 1.013,25 Millibar und einer Gastemperatur von 0° C. Bezogen auf den Normzustand lassen sich Gase unterschiedlicher Zusammensetzung besser vergleichen. Der Umrechnungsfaktor Erdgas gibt den mittleren Brennwert im Betriebszustand an, das heißt den Wärmeinhalt während der Verbrauchsmessung beim Kunden

Die Gasrechnung

Die erfolgt auf der Grundlage der technischen Regel des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.), Arbeitsblatt G 685. Die in diesem Arbeitsblatt festgelegten Verfahren sind mit den Eichverwaltungen der Länder und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt abgestimmt und entsprechen den Bestimmungen des Eichrechts. Die Durchführung der Gasrechnung unterliegt der Kontrolle des zuständigen Eichamtes.